JU-Bundesvorsitzkandidat Benedict Pöttering zu Spontanbesuch in Wetzlar

Im Rahmen einer eineinhalbstündigen Führung durch den heimischen Bergbauexperten Karsten Porezag entdeckten über zwanzig Mitglieder der Jungen Union (JU) Wetzlar die Grube Malapertus. Besonders freute sich JU-Vorsitzender Michael Schubert unter den interessierten Gästen den durchreisenden stellvertretenden JU-Bundesvorsitzenden Benedict Pöttering als Kandidat für die Position des Bundesvorsitzenden der Jungen Union begrüßen zu können.

Vor der Führung stellte sich der Kandidat kurz vor und erläuterte seine Motive und Ziele. Vor allem sei es ihm wichtig, nah an der Basis und für alle Mitglieder der Jungen Union direkt ansprechbar zu sein. Niemand solle Scheu haben, ihn bei Problemen oder mit Ideen zu kontaktieren.

Nach der Vorstellung gab Karsten Porezag Einblicke in die geschichtliche und industrielle Bedeutung der Grube.

Die Teilnehmer erfuhren so etwa, dass das Grubenfeld Malapertus in Niedergirmes am 10. Dezember 1852 vom Königlichen Handelsministerium in Berlin auf Manganerze verliehen wurde. 1853 gehörte es Philipp Heyl aus Weyer bei Winkels. Die Erzförderung wurde jedoch erst 1860 aufgenommen und war dann auch nie sehr erfolgreich. Lediglich 1875 förderte die Grube etwa 300 t Manganerz im Tagebau und mit Kleinschächten. 1872 erwarben die Buderus’schen Eisenwerke das Bergwerk und führten in der Folge einige erfolglose Untersuchungsbohrungen durch. 1913 wurde das bis dahin nie wirklich in Förderung geratene Erzbergwerk aufgegeben. Gleichzeitig wurde hier ein Kalkbruch begonnen, der die Buderus’sche Sophienhütte mit Kalkstein versorgen sollte. Es wurde ein Schacht geteuft. 1914 sprengte man einen Wasserlösungsstollen zur Lahn, 1919 einen Transportstollen in Richtung Sophienhütte und 1922 einen weiteren zu den Kalkbrüchen in Hermannstein. 1923 wurde der Kalkbruch wegen Absatzmangels stillgelegt.1927 sollte erneut Manganerz abgebaut werden, wozu man bis 1929 den heutigen Maschinenschacht abteufte. Der alte Schacht wurde zugeschüttet und ein neues Maschinenhaus errichtet. 1931 wurde die Grube Malapertus endgültig stillgelegt und vom Kalkbruch Niedergirmes übernommen. 1934 wurden die beiden Kalkbrüche Niedergirmes und Hermannstein mit den Untertageanlagen der alten Grube Malapertus zusammengelegt unter der alten Bezeichnung „Grube Malapertus“. Bis 1957 erfolgte der Abbau noch bergmännisch im Tiefbau, von da an im Tagebau. Die ehemaligen Untertageanlagen der Grube Malapertus dienten seitdem zum Transport des Kalksteins zum Zementwerk und der Wasserabführung in die Lahn. 1986 belief sich die jährliche Fördermenge der beiden Buderus’schen Kalkbrüche auf ca. 60.000 t. Die noch vorhandenen Vorräte wurden auf rund 3 Mio t geschätzt.

In kurzweiliger und lebendiger Weise gab Porezag auch Einblicke in das Arbeitsleben der Kumpel ober und unter Tage und hob die Bedeutung der Region als Bergbaustandort hervor.

Dankbar zeigte sich Vorsitzender Michael Schubert im Namen der Gruppe für die Führung und wünschte Initiator Porzeag und dem Förderverein der Grube Malapertus e.V. für anstehende Projekte und Herausforderungen viel Erfolg.

„Wetzlar profitiert von ehrenamtlichen Initiativen, die Sehenswertes und Besonderes bewahren und für kommende Generationen erhalten und erlebbar machen!“, so Christian Müller, Schatzmeister der JU Wetzlar und Organisator des Besuchs.
„Vor allem freut es mich, dass so viele junge Leute Interesse an der Wetzlarer Industriegeschichte gezeigt haben und zu der Besichtigung gekommen sind. Sobald der Untertagebau besichtigt werden kann, kommen wir auf jeden Fall wieder“, so das Resümee des JU-Stadtverbandsvorsitzenden Michael Schubert.

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